Abwarten und Teetrinken oder bewusst Handeln
2010!
Es ist da. Wir haben ein ganzes Jahr gewartet bis es endlich soweit ist. Das neue Jahr beginnt. Kann doch alles nur besser werden!
Klingt lustig nicht wahr? Tatsächlich warten wir aber ständig auf etwas, was näherer Betrachtung irgendwie sinnlos erscheint. Zum Beispiel warten wir darauf, dass der nächste Tag beginnt: “Na morgen wird bestimmt ein besserer Tag.” Oder wir warten darauf, dass sich jemand anders verhält: “Wenn er mir nur endlich zuhören würde, dann könnten wir endlich vernünftig miteinander reden!” Oder kennst du vielleicht den hier: “In der nächsten Beziehung werde ich das alles anders angehen.”
Tja, wir warten. Auf den nächsten Tag, die nächste Beziehung, den nächsten Job und sogar auf das nächste Jahr warten wir manchmal. Besonders, wenn es dem Jahresende zugeht. “Nächstes Jahr starte ich voll durch.”
Es wird dich jetzt vielleicht nicht vom Hocker hauen, wenn ich dir verrate: “Das Warten hat ein Ende! Du kannst schon HEUTE damit anfangen etwas zu verändern.” Klingt ein wenig wie ein Motivationsspruch aus einem Buch das den Titel “Wie du dein lebenlang glücklich bist” tragen könnte. Ich weiß. Dennoch muss ich das leider sagen, denn ich möchte mit einem Missverständnis aufräumen, dem wir alle teilweise noch unterliegen. Wir meinen nämlich offensichtlich, dass die Welt zu Mitternacht anders aussieht als noch eine Minute zuvor. Wie es aussieht meinen wir darauf warten zu müssen, dass “die Zeit” irgendetwas verändert. Tatsächlich ist es aber nicht die Zeit, die etwas verändert, sondern WIR sind es die in dieser Zeit etwas tun, lassen, sind oder nicht sind.
Ich möchte dir gerne einen Denkstoß geben: Vergiss die Zeit.
Zeit existiert in unserer Wahrnehmung und das ist auch kein Problem. Wir müssen das nicht abschaffen, wir müssen nicht der Quantenphysik folgen und herausfinden, dass Zeit in Wahrheit nicht existiert und warum. Es geht viel einfacher. Wir haben irgendwann mehr schlecht als recht folgendes kombiniert: Dinge passieren und sie passieren im Laufe der Zeit. Also ist die Zeit der Maßstab für “Dinge passieren”. Wenn wir also wollen, dass Dinge passieren, dann müssen wir manchmal einfach abwarten, bis die Zeit etwas verändert. Wunden heilt zum Beispiel.
Dieser Schluss ist aber leider nicht ganz richtig. In Wahrheit ist es nicht die Zeit, sondern es ist das was in dieser Zeit passiert. Und das sind die Veränderungen/Taten/Gedanken selbst. Auch wenn wir warten “tun” wir etwas. Auch indem wir abwarten “gestalten” wir. Wenn jemand zum Beispiel auf eine Antwort von uns hofft und wir geben sie ihm nicht sondern warten ab, dann ist das weder gut noch schlecht. Aber nur weil wir scheinbar “nichts tun” heißt das nicht, dass auch nichts passiert. Was ich dir damit sagen will ist, es ist okay abzuwarten, es ist auch okay, die Zeit vergehen zu lassen. Aber, wenn du das tust, dann bitte ganz bewusst. Sei dir darüber im Klaren, dass du mit einer bewussten Handlung, mit Bewusstem Sein zum Schöpfer wirst und Dinge selbst in die Hand nimmst. Denn in Wahrheit hast du sie ohnehin selbst in der Hand. Der Unterschied liegt darin, dass du beim unbewussten Handeln etwas “irgendwie” veränderst (weil alles was du tust eine Veränderung bewirkt) und bei bewusstem Handeln eine gewollt POSITIVE Veränderung herbeiführen kannst. Ich sage also nicht “Warte nicht ab, sondern mach was.”
Sondern ich sage: “Sei dir darüber im Klaren darüber, was du tust. Was auch immer es ist. Mache es bewusst.”
Ich weiß wie es ist, soetwas zu lesen und sich zu denken: “Ja, eigentlich ist das ein guter Input. Gut gesagt.” Und ich weiß auch wie es ist, es dann ganz schnell wieder zu vergessen, weil ich es nicht anwende. Es ist nicht meine Aufgabe dafür zu sorgen, dass du als Leser mit meinen vermeintlich klugen Worten etwas anfängst
Aber es würde mich persönlich sehr freuen, wenn du dir Gedanken machst über das was hier geschrieben steht und in Betracht ziehst, dass es etwas positiv verändern könnte, wenn du so manches hier verinnerlichst.
Mein Tipp an dieser Stelle: Leg mal einen “Betrachtungstag” ein. Ein Tag an dem du nicht sofort reagierst, sondern ganz bewusst handelst. Wenn du Hunger hast, dann bereite dir das Essen und bleibe in Gedanken bei dem, was du gerade machst. Das ist gar nicht so einfach, das wirst du schnell bemerken. Wenn dir jemand etwas sagt, auf das du eine Antwort geben möchtest, dann sei dir der Worte bewusst, die deinen Mund verlassen. Wenn du zum Beispiel aufstehst und dir denkst: “Das ist nicht mein Tag.” Dann halte Inne und sei dir dessen bewusst, was du gerade denkst und vielleicht wird dir dann ein Licht aufgehen… ein Licht das dir sagt: “Ich könnte jetzt genausogut etwas anderes von diesem Tag halten…”
Viel Spaß damit!
danke danke danke. mehr kann ich nicht sagen.. ich glaube ich habe auch zu oft abgewartet anstatt mein leben bewusst in die hand zu nehmen. “du hast mir die augen geöffnet” wäre übertrieben
aber die erinnerung daran ist schon wirklich super.
lg berni